Unterwasserhockey. Eine Liebeserklärung.
Bild 1 Ich habe mit die beste Zeit meines Lebens, wenn ich mit euch Hockey spielen und auf Turniere fahren kann. Der Sport ist ein unverzichtbarer Teil meines Lebens und eine Leidenschaft geworden und ich könnte mir nix besseres vorstellen, auch weil es eben etwas besonderes und außergewöhnliches ist, das nicht jeder macht. Es macht einfach riesigen Spaß im Wasser zu sein. Man kann sich richtig auspowern, es ist ein schneller Sport und man kann im Team spielen. Und deshalb freu ich mich jetzt jedes mal riesig, wenn ich ins Wasser und spielen darf. Wenn ich weiß, das ich mal wieder ins Training kann, dann bin ich schon Tage vorher gut gelaunt und grinse die ganze Zeit nur. So das war jetzt meine persönliche Liebeserklärung ans Hockey.
Geschrieben von Andrea Harsch, 27 Jahre, Kempten.


Es ist ein Sport, der alle Sinne fordert. Unter für Menschen eher unnatürlichen Bedingungen werden Körper und Geist in einer 6 dimensionalen Umgebung (vorne, hinten, rechts, links, oben und unten) beansprucht. Schnelligkeit, Kraft, Geschick und Agilität sind ebenso wichtig wie Taktik, Positionsspiel, Kampfgeist, Konzentration und ein guter Überblick über das Gesamtgeschehen. Es gibt nicht viele Sportarten, die bezüglich dessen mit Unterwasserhockey vergleichbar wären.
Bild 1 Es geht durchaus hart zur Sache, doch meist auf eine eher subtilere Art und Weise. Kopf und Können sind im Zweikampf häufig ausschlaggebender als Kraft. Ich empfinde es eher als eine Kunst, eine Kampfkunst, eine elegante Art der Kampfkunst. Bei ungefähr gleichstarken Gegnern kommt man mit purer Gewalt nicht weit, da ist Pfiffigkeit und geschicktes Teamplay gefragt. Derjenige mit der besseren Pucktechnik oder der motivierteren Unterstützung gewinnt den Puck für seine Mannschaft. Besser hier sowohl im Sinne von sicherer als auch ausgefallener. Das Überaschungsmoment ist nicht zu unterschätzen. Passpräzission und vorausschauende Spielweise sind für den Erfolg des Angriffs essentiell. Ich persönlich bevorzuge Duelle. Wendigkeit, Technik und Kampfgeist finden hier Anwendung. Blitzschnell müssen die Entscheidungen getroffen und die Aktionen dann ausgeführt werden. Schwerfälligkeit oder Halbherzigkeit sind hier fehl am Platz. Um etwas ausrichten zu können, muss man voll da sein, sowohl körperlich als auch geistig. Für Aussenstehende mag es wie ein hoffnungslos chaotisches Gewusel und erbarmungsloses Gemezel um einen plastiküberzogenen Bleiblock erscheinen, doch das täuscht. Es dauert seine Zeit bis man sich eingespielt hat. Bis man seine eigene Position und die seiner Mitspieler kennt. Bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat, wann es sinnvoller ist zum Atmen aufzutauchen und wann man besser zur Unterstützung unten bleiben sollte. Um solche Entscheidungen intelligent treffen zu können, wird ein gewisses Mass an Überblick benötigt, eine keineswegs triviale Sache. Es ist durchaus nicht einfach alle Höhenstufen des Spielfeldes im Blick zu behalten, vor allem wenn man den Puck hat, sich mit Vollgas dem gegnerischen Tor nähert und von allen Seiten und von oben Leute auf einen zugestürmt kommen. Es bedarf an Erfahrung, um Situationen richtig einzuschätzen zu vermögen. Man muss die Leistungen seiner teambuddies kennen, lernen sich auf sie zu verlassen und wissen wer wo gerade ist, um sich selbst bestmöglich einzubringen. Ich finde es ist ein auf jeglichen Ebenen anspruchsvoller Sport, der Anfänger häufig überfordert. Es erfordert ein gewisses Mass an Durchhaltevermögen und Biss, um es zu erlernen und selbst nach Jahren an Erfahrung gibt es noch immer neue Tricks und Strategien zu testen. Ich bin sehr fasziniert von den freestyle Manövern. Einfach wahnsinn, was es für irrwitzige Geschicklichkeitsspielchen gibt. Die Möglichkeiten auf jenem Gebiet sind unerschöpflich und es erfüllt mich immer wieder mit grosser Freude eine solche Aktion im Spiel beobachten zu dürfen. Diese kleinen aber feinen Spielereien geben dem Sport eine filigrane Note. Angesichts der vielen blauen Flecken, die nach dem Training nur all zu oft meine Arme und Beine zieren, mag das durchaus etwas paradox klingen, aber wie gesagt, ich bleibe dabei, es ist eine KampfKUNST.
Okay, ich hab mich hinreissen lassen, aber egal.
Geschrieben von Anna Jöst, 23 Jahre, München.